Panke
Am Schiffbauadamm Numma zwee, da fließt de Panke in de Spree
Täglich
fahren ungeachtet Tausende mit ihrem Gefährt über die zahlreichen Brücken der Panke, täglich laufen auch tausende Menschen über jene Brücken. Den
Meisten ist aber nicht bewusst, was an jenen Stellen unter ihren Füßen fließt. Im Verhältnis zu ihrer geringen realen Bedeutung in Berlin genießt
die Panke als zentraler Fluss für Pankow und seiner ehemaligen Ortsteile bzw. Bernau und dem Panketal eine recht große Bedeutung. Die
Berliner nennen die Spree ihren Fluss, selten aber wird jenes Flüsschens gedacht, dass im Quellenursprung ein Brandenburger Rinn gegen die die
langsame Spree ein lebendiges, rasch dahineilendes, also echt berlinisches Wesen ist. Schließlich ist die Panke neben Spree und Havel der
drittgrößte Fluss in Berlin und Namensgeber des bevölkerungsreichsten Bezirks. Die Panke ist ein Vorstadtkind, dass auf der Hintertreppe durch die
Stadt eilt und man schämte sich damals ihrer ein Bisschen. Selbst beim märkischen Wanderer Theodor Fontane findet sich im keinen seiner Werke ein
Wort über die Panke, obgleich er die Panke vom Hinterzimmer seiner Wohnung in der Luisenstraße 35 nicht nur gesehen sondern auch gerochen haben
muss. Die Panke war lange der unbekannte Fluss in Berlin; wer nicht an ihren Ufern wohnt, wusste nichts von ihr. Andere vermissten die Panke und
beklagten, dass sie seit der Regulierung eher ein Dasein in Abwesenheit fristet. Die Panke bietet seither keine spektakulären Überschwemmungen und
keinen, der in dessen Fluten ertrank. Ihre anmutige Flüsschenlandschaft der Panketäler hat die Panke schon mit Beginn des Jahres 1704 verloren,
als der Flusslauf vom Schloss Niederschönhausen beginnend flussabwärts kanalisiert bzw. weiter nördlich oft begradigt wurde.
Der Lauf der Panke war früher etwas anders. Mit dem Jahre 1806 wurde sie reguliert und blieb in ihren Bahnen auch bis heute weites gehend erhalten. Die Länge der Panke misst ca. 27 km, wovon sich über 20 km im Berliner Stadtgebiet befinden. In den verschiedenen Epochen diente die Panke auch als Wehranlage, die z. B. die Slawen an ihrem Burgwall in Blankenburg nutzten oder die Bernauer, die ihre Stadt mit einem Graben aus Pankewasser gespeist schützten. Die Tatsache, dass die Panke nun an dem Grundstück des Bundesnachrichtendienst vorbei fließt, soll aber nicht heißen, das die Panke hier ebenfalls als Wehranlage gebraucht werde. Dieser Bereich der Panke wird nur bei Hochwasserständen der Panke bewässert.
Ihren Ursprung nimmt die Panke im
Naturpark Barnim, nahe der Stadt Bernau. Sie tritt als klarer Wiesenbach aus dem Rutenfelde (damals nannte man sie umgangssprachlich auch "...
in den Rothen Ländern...") hervor und wie viele kleine märkische Wasserläufe entspringt die Panke nicht nur aus einer murmelnden Quelle,
sondern bildet sich aus einem Wiesenluch des Höhenzuges "Barnim". Dörrier schreibt in seiner Chronik "Die Pankequelle auf den Roten
Feldern bei Bernau ist ohne Romantik. Ein verkrautetes Feld und ein Graben, in dem sich kaum ein Frosch baden kann.". Einst floss sie durch
die Stadt Bernau, wurde aber wegen der zunehmenden Verunreinigung an die Außenmauer, zwischen den Gärten und dem Kirchgraben mittagwärts
geleitet. Seicht dahin fließt sie über die flachwellige Landschaft des Panketals, wo Zepernicker die Panke als "Fließ durchs Feld" bzw.
"Froschgraben" bezeichneten. Vermutlich gab es hier eine Pankemühle, was aber nicht einwandfrei nachzuweisen ist. Einzige
Zeugnisse dieser Annahme sind ein Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1541, wo ein moller dem Pfarrer ein pacht hun zu liefern hatte
und in einem Polizeibericht aus dem 19. Jahrhundert wird eine Wiese an der Panke mit "Kleine Mühle" bezeichnet.
Weiter schlängelt sie sich an den alten Pankower Dorfgemeinden Buch, Karow, Blankenburg, Französisch Buchholz vorbei und erreicht die Parklandschaft in Niederschönhausen (früher Schönhauser Park, heute Schlosspark). Ab Pankow, diese Landgemeinde nutzte das kleine Flüsschen für dessen Namensgebung, erreicht die Panke den Wedding mit seinem ehemaligen Louisenbrunnen (Gesundbrunnen). Mit Erreichen der Stadt Berlin führte ihr Weg durch die Gärten der Thierarzneischule, verlief weiter an dem Friedrich-Wilhelmstädtischen Schauspielhaus vorbei und gelangte am Ende als letzter Nebenfluss an die Spree, die das Berliner Urstromtal durchfließt. Zwischen der Weidenhammer- und der Marschallsbrücke am Schiffbauerdamm übernahm die Spree das Pankewasser. An ihrem Flusslauf trieb die Panke einige Mühlen an, so auch das Mühlwerk der Königlichen Eisengießerei im Feuerland (Oranienburger Vorstadt) und bei Zepernick die Malz- und Pasmühle.
Etwas abseits von der Panke liegt die ehemalige Landgemeinde Heinersdorf, Rosenthal sowie Blankenfelde sind durch den Zingergraben mit der Panke verbunden. Rosenthal und Wilhelmsruh auch über den Nordgraben, der von Blankenburg in Höhe der Bahnhofstraße abgeht. Dieser entstand als Abflussbecken, weil die Panke früher oft im Frühjahr Hochwasser trug. Denn kurz zuvor verstärken die Feldgräben "Lietzengraben" und der "Luchgraben" das Pankewasser, kurz vor der Löffelbrücke kommt noch der "Malchowsche Müllergraben" hinzu.
Von
der Steinzeit bis ins frühe Mittelalter siedelten an der Panke und dessen Einzugsgebiet Menschen, die der Jagd nachgingen, die Panke für den
Fischfang nutzten, oder an dessen Ufern Ackerbau betrieben. Damals, in der Heidenzeit trug die Panke noch mehr Wasser als jetzt und sah nicht
nur stattlicher aus sondern war auch noch äußerst fischreich. Überlieferungen nach sollen damals sehr viele Fische in der Panke geschwommen sein,
darunter auch Forellen und Hechte mit einem Gewicht von fünf Pfund. Das ausgegrabene Germanendorf in Buch schöpfte nicht nur sein Wasser aus der
Panke sondern ernährte sich auch aus dem reichhaltigen Fischbestand. Die Nutzung der Panke zum Fischfang war bis in den Herbst 1890 möglich, als
Schlossmüllers die letzten Brathechte aus der Panke zog. Ein Jahr später waren keine Fische mehr zu sehen. Nur die Knaben zogen noch an den Ufern
entlang und fingen Stichlinge und Feuersalamander. Die Panke war auch Transportweg, da bis in die römische Epoche noch Straßen eher unbekannt
waren.
Novemberstimmung an der Panke...
Mit der Zeit der Slawen soll die Panke ihren heutigen Namen bekommen haben. Eine weit verbreitete Übersetzung, die oft zu finden ist spricht
von "Wilder Fluss", "Reißender Fluss", "Strudelnder Fluss" und "Anschwellender Fluss". Die slawische
Bezeichnung pend oder pant steht für Fluss oder Gewässer und so könnte der Name pantke eine Verkleinerungsform
darstellen, also Flüsschen. Das die Panke wild war ist unumstritten, schließlich hinterlässt die Panke 40 Höhenmeter auf ihren Weg von Bernau zur
Spree am Schiffbauer Damm. Früher trug die Panke viel mehr Wasser mit sich und war mitunter an einigen Stellen mit Sicherheit gefährlich. Die
slawische Übersetzung Fluss mit Strudeln konnte man früher getrost wörtlich nehmen. Einer uralten Überlieferung nach soll 1631 der Graf Udo mit
der gespaltenen Klaue mit voller Ritterrüstung in die Panke gefallen und ertrunken sein. Das Frühjahr 1839 brachte ein warmer Regen den Schnee zum
Schmelzen
und die Panke schoss über ihre Ufer, überschwemmte das Land, riss der Mühle im heutigen Bürgerpark das Mühlrad weg und zerstörte die Schönholzer
Brücke am Ende des heutigen Parks. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus dem sprudelnden Flüsschen ein kleines ruhiges Gewässer, dem man nicht mehr
die Unberechenbarkeit nach starken Regenfällen oder der Schneeschmelze ansieht. Carl-Friedrich Zelter schreibt in seinem Briefwechsel mit Goethe
am 7. März 1930 "... Von Donau, Rhein, Nil und Euphrat ist gar nicht mehr zu reden; unsere Panke, worin die Frösche nach Wasser schreien,
ist ausgetreten, hat Häuser und Scheunen weggerissen, die Posten aufgehalten, und wer weiß, was wir alles noch erfahren.". Weitere Schäden
richtete die Panke noch durch Hochwasser im Wedding an, die 1888 zum Einsturz eines Pferdestalls in der Schulzendorfer Straße führte. In der
Müllerstraße drohte der Einsturz eines Seitenflügels und es kam zu Schäden an der Mühle in der Badstraße. Das letzte Hochwasser trug die Panke 1980,
welches allerdings nur geringe Schäden hinterließ. Die vorher meist schlängelnde Panke wurde auch in ihrer Zeit seit dem frühen Mittelalter mehr
und mehr begradigt, um sie z. B. den baulichen Anforderungen der Stadt Berlin zu entsprechen. Es kamen Wehre zum Einsatz, Mühlen wurden den Ufern
gebaut und durch Rodungen der natürliche Flusslauf verändert. Der Wasserreichtum der Panke trug zum Bau der Königlichen Eisengießerei in der
Chausseestraße (Feuerland) bei. Selbst gebadet wurde in der Panke. Bekannt ist die Privatbadeanstalt auf dem Gesundbrunnen und an der Pankower
Schlossstraße (heute Ossjetzkystraße) gab es eine Flussbadeanstalt.
Die Slawen waren auch die Ersten, die das Pankewasser zu nutzen wussten und mit ihrem Wasser die Slawenburg in Blankenburg schützten. Dann kamen die Bernauer, die ihre Stadt ebenfalls mit einem Pankewasser gefüllten Graben schützten. So konnten die gefürchteten Hussiten 1432, die Bernau stürmen wollten die Stadt nicht ganz umzingeln, weil die sumpfigen Pankewiesen unter Wasser standen. Das bekannte männerbezwingende Bernauer Schwarzbier ist ebenfalls ein Produkt des Pankewassers und seit Urzeiten gebraut. Dazu wurde stets am Vortag des Brauens schriftlich bekannt gegeben; "Leute gebt acht, dass keiner in die Panke macht, denn morgen wird gebraut". Zu dieser Zeit war es noch üblich, dass die Panke für den Abort genutzt wurde. Dieses bekannte Schwarzbier gab den Hussiten schließlich den Rest, eingeschläfert vom gar wohlschmeckenden Gebräu verloren sie den Kampf um das mittelalterliche Bernau.
Auch
König Friedrich wollte die Panke zu seinem Vergnügen nutzen. Der Hof in Berlin schätzte Niederschönhausen ebenfalls als Ausflugsort und so ließ
Friedrich III. zum Ausgang des 17. Jahrhunderts im Hain von Niederschönhausen Pavillons errichten. Um diese zu erreichen, wollte Friedrich die
Panke so ausbauen lassen, so dass dieser mit seinem Gefolge Niederschönhausen auf dem Wasserwege erreichen könne. Die Reise zum Schloss sollte
in verdeckten Gondeln, sogenannten "Treckschuten", auf der Panke zurückgelegt werden. An der Mündung der Panke in die Spree war damals
noch kein befestigtes Ufer, sondern dort lagen die Bullenwiesen. Hier wurden vor die bis dahin geruderten Gondeln Pferde gespannt, die auf einem
Pfade am Ufer entlang schritten und die Gondeln vom Hofe stromaufwärts treckten. Ein aus Venedig stammender Gondoliere musste auf der Fahrt durch
das Ödland des Weddings die Gäste unterhalten. An den Ufern sah man vereinzelt Biergärten, die das "Blankenfelder Bier" ausschenkten
und wo sich elustrige Berliner, die über den Windmühlenberg (Prenzlauer Berg) pilgerten und niederließen. Auch Landhäuser der eleganten Welt
Berlins waren an den Ufern der Panke zu finden. Wer Friedrich damals den Floh ins Ohr setzte, die Panke durch Pankows Wälder mit einer Gondel zu
bestreiten um sein Stadtschloss zu erreichen ist unbekannt. Vielleicht las er oder hörte er auch nur zu viel über Venedig. In einer alten Urkunde
steht geschrieben; "Durch den Unterbaum wird die Spree bey ihrem Ausfluß aus Berlin geschlossen. Dicht beim Unterbaum fließt der Graben
in die Spree, welchen König Friedrich I. 1704 von Eosander von Goethe hat anlegen lassen, um von Schönhausen nach Charlottenburg spatzieren
fahren zu können." Leider wurde daraus nichts, denn die Panke hielt nicht das, was sie versprach. Und so entstand im Schlosspark
zwischen den elegant gestutzten Orangen-, Granat- und Myrrebäumchen eher eine Mischung aus Versailler Blumengarten und Spreewaldzauber als eine
Gondolierenromantik. Joachim Christoph Bekmann schrieb 1751 in seiner "Historischen Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg"
lakonisch zum Scheitern des Vorhabens; "Weil der Wind in das stillstehende Wasser gar zuviel Sand hat hineingetrieben.". Die
gar nicht auf Romantik versessenen Bauern klagten, dass der neue Graben die Stadtwiesen und die Hütungen verdorben hätten. Geblieben von diesem
ehrgeizigen Vorhaben ist ein verschütteter Graben und die siegessichere plätschernde Existenz "Panke", die weiter munter ihre Wellen
schlagend sich durch den Schlosspark schlängelt. Mit einem Zweispänner benötigte man vom Schönhauser Tor bis Pankow etwa eine halbe Stunde.
Vieles zum Schmunzeln hatte sich damals zugetragen. So soll der letzte Karpfen 1953 seine Runden durch die Panke geschwommen sein, nachdem er
seinem Käufer zuvor mit einem kühnen Sprung aus der Tasche das Weite suchte. Oder die Pankemücken, die 1870 einer Hohenzollernfürstin so sehr
zugesetzt hatten, dass sie das Wiederkommen vergaß. Man sprach auch davon, dass Leibniz mit der Kurfürstin unter einer Decke in einer Gondel
auf der Panke gefahren sein soll.
Die
Geburtsstunde der Panke war vor über 12.000 Jahren, als am Ende der Weichselzeit aus abschmelzenden Glet-scherwasser das Panketal und das Tegeler
Fließ entstanden. Aus Schichtquellen, die das ansteigende Grundwasser für Fließe sammelt, quellt auch die Panke. Vom übrig gebliebenen Toteis
bildeten sich Moore, woraus wiederum mäandrie-rende Kleinseen entstanden, die von der Panke durchflossen werden. Im Teufelspfuhl, nördlich von
Bernau sammelt sich das Quellwasser, welches sich wiederum aus mehreren Quellen, bzw. feuchten Wiesen im Pankeborn sammelt. Der Teufelspfuhl ist
ein 1934 künstlich angelegter Teich von dem dann die Panke ihren weiteren Weg nimmt. Weitere natürliche Quellen auf den Rohrwiesen südlich von
Bernau bzw. Wasser aus der Feldentwässerung führen der Panke weiteres Wasser hinzu. Unter den Bernauern ist dieses Quellgebiet auch als Rotes
Feld bekannt. Hier schlugen die Bernauer erfolgreich ihre Schlacht (1432) gegen die Hussiten, das geflossene Blut verfärbte das gesamte
Schlachtfeld in Rot. Im Panketal (Ortsteile Zepernick, Röntgental) umfließt die Panke das Feuchtgebiet "Faule Wiese" und stößt dann
weiter auf den Zufluss des Dransebaches inmitten größerer Wiesenflächen. In zahlreichen Windungen, wie ein echter Wiesenfluss mit Weiden und
Erlen am Ufer, schlängelt sich die Panke von Bernau bis an die Gemarkung des alten Dorfe Buch.
Nun
gelangt die Panke in das Stadtgebiet von Berlin und erreicht den Ortsteil Buch. Dabei passiert sie auch das Feuchtgebiet des Stener Bruches.
Ehemalige Gutsbesitzer nutzten die Panke im Schlosspark von Buch über lange Zeit zur Fischzucht. Ihnen zuvor taten es Slawen, die am westlichen
Ufer der Panke siedelten. Die Sage vom Bucher Schlosspark, der Verwunschen ist, seit die schöne Julie von Voß, Friedrich Wilhelms II. Gattin
"zur linken Hand" (neben der legitimen Königin, beide lebten an den Ufern der Panke), die jung an Schwindsucht starb und im Park an
der Panke beigesetzt wurde. Ihr Herensroman, der an der Panke endete, begann auch an dieser, nämlich im Schlosspark von Niederschönhausen, wo
noch die alte Königin Elisabeth Christine, die Gattin des Großen Friedrich, Hof hielt und ihre Tage mit dem Kartenspiel zubrachte. Der im
Schlosspark von Buch befindliche Eichenhain war einstmals ein wendisches Heiligtum gewesen und bedeckte auch einen größeren Teil des alten
Dorfes.
Im
Anschluss übernimmt die Panke den ehemaligen Grenzfluss Kapgraben, der die Ländereien von Karow und Buch kenzeichnete. Die Panke übernimmt ihre
Aufgabe als Grenzfluss etwas weiter südlich zwischen den Ortsteilen von Französisch Buchholz und Karow. Die Panke übernimmt in diesem Verlauf
den Abfluss des Lietzengrabens, der seine Wasser aus der Bogenseekette und den Karpfenteichen bei Buch bezieht. Weiter fließt die Panke entlang
an den Karower Teichen, den ehemaligen Torfstechgebieten aus dem 19. Jahrhundert. Geradewegs weiter fließt das Pankewasser zur Bahnbrücke am
Nordkreuz, zwischen Karow, Blankenburg und Französisch Buchholz und übernimmt ab hier nun die Grenztätigkeit zwischen den Ortschaften Blankenburg
und Französisch Buchholz. Hinter den Karower Teichen mündet auch der Buchholzer Graben in die Panke bevor diese die Autobahn unterquert. In Höhe
des Hinweisschildes Bucher Straße in 500 Metern unterquert die Panke den Autozubringer Pankow. Dahinter stößt die Laake aus Blankenburg kommend
auf die Panke. Der Weg geht weiter an der Grenze zu Blankenburg, wo sie in der Höhe Bahnhofstraße das Pankebecken erreicht. Der künstlich
angelegte Nordgraben beginnt seinen Lauf ab hier zum Tegeler See. Dieser war erforderlich, um die Abwässer der Rieselfelder abzuführen und auch
Hochwasser durch die Panke zu vermeiden. Heute befindet sich in diesem Graben nur noch Pankewasser, die Rieselfelder sind Geschichte. Kurz vor
der Bahnstation von Heinersdorf passiert die Panke die Blankenburger Karpfenteiche und erreicht die Pankower Löffelbrücke. Nach der Unterquerung
sind die Ufer der Panke erst einmal unzugänglich, da bebaute Grundstücke den Pankeverlauf abgrenzen. Jetzt übernimmt der Schlosspark die Panke,
wo sie entlang an idyllischen Kleingartenanlagen und am Schloss Schönhausen fließt bzw. ihren Weg weiter am so genannten "Städtchen"
(Majakowskiring) nimmt. Dabei fließen in die Panke der Kreuz- und der Zingergraben. Auf diesem Weg ist sie zugleich Grenzfluss der ehemaligen
Landgemeinden Pankow und Niederschönhausen. Eine kanalisierte Unterquerung bringt die Panke in den Bürgerpark von Pankow und sie verlässt dann
den Bezirk Pankow. Ab hier übernimmt der Bezirk Wedding die Panke. Während der Zeit 1961 - 1989 musste die Panke die Grenzanlagen der Berliner
Mauer unterqueren. Mit einem Gitter wurde der Durchfluss gegen Republikflüchtlinge gesichert.
Wedding,
Industriebetrieb des Nordens, der Stadtteil zwängt die Panke mit ihren vorerst gewohnten natürlichen Ufern in eine steinerne Rinne, wie sich das
für einen ordentlichen Großstadtfluss gehört. Diese Maßnahme war aber notwendig, weil die Panke ein unruhiges Flüsschen mit recht veränderlichen
Wasserstand war und bei Hochwasser zu einem reißenden Fluss wurde. 1837 richtete die Panke im Wedding einen schweren Schaden an, zerstörte die
historische Papiermühle, letztes Zeugnis des Weddinger Ursprungs. Diese bestand seit den 12. Jahrhundert und war der letzte Rest des schon
verschwundenen Dorfes (Vorwerk). Wo im Wedding die Panke durch die hohen Straßen mit den hohen Mietskasernen oder an grauen Hinterhöfen
vorbeifließt, da zaubert sie auf einem schmalen Streifen ein grünes Idyll in der Einöde der Steinwüste. Da stehen noch kleine Schrebergärten an
ihren Ufern, da haben Weiden und Buchwerk in dem wenigen Erdreich Wurzel geschlagen, da klettern wilder Wein und Efeu die Wände von Schuppen
entlang, während Rotdorn und Holunder an Park und Landschaft denken lassen. So entstanden malerische Winkel, die man an der Spree vergeblich
suchen wird. Der weitere Wasserlauf im Wedding wurde um die Jahrhundertwende begradigt und um 1950 mit der Anlegung des Panke Grünzuges begonnen.
Parkartig strukturierte Uferzonen lockern den sonst mit Beton-, Klinker- und Stahlspurwänden eingefassten Wasserlauf der Panke auf. In Höhe der
Wiesenbrücke lag die ehemalige Dorfgemeinde Weddinge. An der Badstraße im Gesundbrunnen passiert die Panke eine ehemalige Walkmühle
(Ersterwähnung 1251 in einer Besitzurkunde als die "Mühle an der Panke" aus dem Besitz des Ritters Fridericus de Chare durch die Nonnen
des Benediktinerinnenklosters in Spandau übernommen wurde), die der Ledergewinnung diente. 1710 wurde die Mühle als Papiermühle genutzt, die bis
1748 das alleinige Recht in Berlin besaß Lumpen zu sammeln bzw. Papier zu verarbeiten. Wegen der zunehmenden Konkurrenz wurde die
Papierverarbeitung 1750 wieder aufgegeben und die Mühle zur Walkmühle umgebaut.
Das
endgültige Aus war dann um 1891, als das Wehr zur Regulierung der Panke fiel. An der Mühle im Gesundbrunnen wurde der Verlauf der Panke
dann entscheidend verändert. In diesem Bereich wurde der westliche Verlauf der Panke zugeschüttet, der auf die Panke treffende Mühlengraben
übernahm den Pankeflusslauf. Mit der Mühle an der Panke bekam das Dorf Weddinge seinen Gesundbrunnen. Nach einer Legende soll Friedrich I. von
der ansässigen Müllerin ein Glas Wasser erhalten haben, das ihm so wohl schmeckte und er es auf seinen Gehalt prüfen ließe. Dabei wurde
festgestellt, dass es sich um eisenhaltiges Wasser handelte und so ließ Friedrich nach einer Quelle suchen, die man schließlich auch fand. Der
Gesundbrunnen war geboren, es siedelten sich 1757 die ersten Kuranlagen an, das Friedrichsbad wurde gebaut und auch die Gastronomie fand eine Nische
in der neuen gesunden Gegend. Der königliche Hofapotheker Heinrich Wilhelm Behm baute 1758 das Terrain weiter aus und legte den Friedrichs
Gesundbrunnen an. 1809 ersetzte dann das Luisenbad das verfallene Friedrichsbad und als die Quelle versiegte wechselte die gesundheitliche
Ausrichtung des Gesundbrunnens in ein Vergnügungsviertel, welches dann bis zum Mauerbau überlebte. Ab diesen Zeitpunkt blieben die Besucher aus dem
Ostteil der Stadt aus und das Vergnügungsviertel entwickelte sich zu einem ganz normalen Stadtteil von Berlin. Erst zur 750 Jahrfeier Berlins wollte
man wieder an der Historie der Panke anknüpfen und eine Auenlandschaft schaffen und das bereits verschwundene Mühlrad sollte wieder aufgebaut werden.
Aus alledem wurde nichts, nur ein aufgemaltes Mühlrad an einem Gebäude erinnert an die Planungen. Die Quelle des Gesundbrunnen befindet sich in der
Badstraße 35, in einer Remise wo von heute die steinerne Umfassung der Quelle steht. Auf dem heutigen Hauptgebäude, welches das ehemalige
Quellenhäuschen ersetzte wurde zur Erinnerung an das ehemalige Quellhäuschen ein Relief an der Hauswand angebracht. Das Quellwasser wurde im 19.
Jahrhundert als Königin Luise Quellwasser abgefüllt und in Berlin vertrieben.
Im
Wedding waren die Menschen über den Zustand der Panke immer empört. Um 1809 schrieb Theologe und Philosoph Schleiermacher in einem Brief, dass die
Panke ein sehr sauberes Flüsschen sei. Das war noch bevor die Rieselfelder am Rande der Stadt Berlin angelegt wurden und bevor sich die Industrie
an der Panke etablierte. Industriefirmen verklärten zusätzlich zu den Abwässern der Rieselfelder ihre Abfälle in die Panke, so dass der Rest, der
dann noch ankam "Stinkepanke" genannt wurde. In den Abwässern waren ein erheblicher Anteil an festen Stoffen, die an flacheren Stellen
im Pankebett Schlammbänke verursachten. Problematische Betriebe waren neben den genannten Gerbereien, Stärkereien, Wäschereien, Färbereien,
Leimsiedereien, Schlachthäuser, Brauereien, Butterfabrikationen, Molkereien, Kohlebetriebe und chemische Fabriken. Es fanden sich in der Panke
vermehrt Verunreinigungen durch Fasern, Wasch- und Walkseifen, Beizen z. B. aus Färbereien, organische Stoffe aus Brauereien und saure Stoffe aus
Akkumulatorenfabriken. Die Weddinger lästerten mit den Reim "Wo die Panke mit Gestanke durch den Wedding rinnt, da halten sich die Nasen zu,
Mann und Frau und Kind" über den Zustand der Panke und beschwerten sich sehr oft bei den örtlichen Behörden. Claire Waldorffs sang in ihrem
Lied "Und steh` am Ufer ick der Panke, möcht jleich ick wieda Leine ziehn, bei dem Jestanke, na ick danke, ne dufte Stadt is mein Berlin...".
Man war Mitte des 19. Jahrhundert der Ansicht (Gesetz über die Benutzung der Privatflüsse), dass die Panke über genügend Selbstreinigungskraft
verfüge, um eingeleitete Schmutzstoffe abzubauen. Das Berliner Polizeipräsidium versuchte im Jahr 1851 noch zu verhindern, dass eine Gerberei an
der Panke gebaut wird. Durch Ausdehnung der Siedlungs- und Gewerbetätigkeit wurde die Wasserführung und -zusammensetzung stetig verändert. Der
Bau der Gerbereien konnte nicht verhindert werden, die Betriebe siedelten sich zwischen Pankow und Gesundbrunnen am Ufer der Panke an, wurden aber
verpflichtet längst der Panke Spülbassins anzulegen. Für Sünder hagelte es auch Strafen, die aber auf dreihundert Mark begrenzt war. So dachte man
1870 darüber nach den südlichen Arm der Panke zu verrohren oder zuzuschütten, um die Geruchsbelästigung in der dichten Friedrich-Wilhelm-Stadt zu
verhindern. Noch in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nutzten viele Pankower Bürger zwei Badestrände an der Panke. Diese befanden sich auf der
Niederschönhausener Seite der Panke, also auf dem Gebiet der angrenzenden Schönholzer Heide (nördlicher Teil vom Bürgerpark) und die schon erwähnte
an der Schlossstraße. Diese wurden dann 1927 wegen zu hoher Belastung durch Industrieabwässer geschlossen. Wann die Weddinger Privatbadeanstalt am
Gesundbrunnen geschlossen wurde ist nicht bekannt.
Vorbei
am volksmündlich genannten "Roten Wedding" führt der Weg der Panke, eingesäumt von Mietskasernen mit Hinterhöfen und Seitenflügeln. Sie
erreicht die Pankstraße, die aus der Panke ebenfalls ihren Namen bekam. Eng verläuft die Panke gebannt an alten Fabriken vorbei. Dann erreichte sie
ursprünglich den Stadtpark, wo sie einst hindurchfloss. Wie es hier einst mal war beschreibt ein Vortrag, gehalten von Dr. Wassergogel im
wissenschaftlichen Verein der Sing-Akademie zu Berlin am 1. April 1855; "Der Wanderer, den zur Rechten der Oranienburger Chaussee
(Müller/ Chausseestraße) bei Liesen ein leckeres Hühnerfricassée und eine gute Weiße erquickt, dehnt vielleicht beim Schimmer des aufsteigenden
Mondes im Dufte blühender Linden seinen Spaziergang bis zur nächsten Brücke aus. Hier, wo rechts auf einer sanften Abdachung des alten Moorbodens,
träumerisch verloren in abendliche Nebel, ein morscher Zaun die Gebeine muhtwillig erschlagener Katzen, und die Reste irdener Geschirre vor dem
Hauche der Nordstürme schützt, gewahrt er links im tiefen Schatten der Erlengebüsche einen kleinen Fluß, der sich wider die Gewohnheit seiner
glücklichen Gebrüder in den Gebirgen, ohne Gemurmel, links in die Büsche schlägt und von einer Stelle entfernt, an der selbst der nervenstärkste
Flußgott nicht ohne Belästigung seiner Nase verweilen möchte. Dieser kleine Fluß, hochwerte Anwesende, ist die Panke...". Wie idyllisch
sich die Panke durch die Brandenburger Auenlandschaft schlängelte und präsentierte, um so abstoßender war ihr Gestank.
Unterhalb der Schönwalder Brücke spaltete eine unter der Bebauung nur schwer erkennbare Insel die Panke, die nun ihr Wasser teilen musste. Nur der ärmliche linke Arm erreicht in seinem alten Bett die Spree. Was von dem Pankewasser noch übrig bleibt, zieht munter, wenn auch schwarzgrüngraublau von Farbe weiter und endet in einem Tunnel unterhalb des "Theater des Volkes" in der Spree. Die Panke wurde kurz hinter der Schulzendorfer Straße an einer Wehranlage nach Westen verlegt und sollte als Verbindung den Ausbau zum Schloss Schönhausen übernehmen. Um 1713 konnte seinerzeit schon der Schönhauser Graben fertig gestellt werden, der sich unmittelbar an der Heidestraße befindet und vom Nordhafen östlich abzweigte. Um 1847 wurde dieser Graben zum Spandauer Schifffahrtskanal weiter ausgebaut, der Pankelauf blieb bei dem Ausbau unbeachtet und wurde nach dem Scheitern des weiteren Ausbaus nach Schloss Schönhausen nicht zurück in den alten Pankeverlauf (Südpanke) verlegt. An den früheren Verlauf erinnert heute nur die Grünanlage mit einigen Spuren an die Panke im Stadtpark. Der eigentliche Pankeverlauf verlief durch Mitte über die Chausseestraße, in dessen Quadrat Habersaathstraße, Scharnhorststraße und Boyenstraße in einem offenen Flussgraben, verschwindet danach und taucht wieder hinter der Hannoversche Straße und Phillipstraße auf. Wie ein Nil im Deltatal lag sie hier im Gerümpel des Abfallgrabens der Hannoverschen Straße. Kurz vor dem Deutschen Theater taucht sie abermals mittels Verrohrung ab, bis sie am Schiffbauerdamm auftauchte und ursprünglich in die Spree mündete. In dem noch verbliebenen alten Teil des Pankeverlaufes schlängelte sich die Panke, eher wasserarm, bis zu den Grenzsicherungsmaßnahmen 1961, nun wurde sie vom Oberlauf getrennt.
Am
Schiffbauer Damm Numma zwee, vorm Theater "Berliner Ensemble" (ehemals Theater des Volkes) kommend und nahe der Weidendammer Brücke floss die
Panke in die Spree. Das war nicht immer so. Kaum zu glauben, aber vor langer Zeit war die Spree noch ein unbedeutender Nebenfluss der Panke und
ordnete sich dem reißendem Gletscherabfluss, der ins Tal der Spreewanen hinab strudelte unter. Von links her kommend nahm sie die Spree in ihrem
Flussbett auf und erst später mit dem Wachsen der Stadt Berlin übernahm die Spree die vorherrschende Stellung und die Panke endete an der ehemaligen
Einmündung der Spree. Die Spree wurde im Zuge des Stadtbaus den örtlichen Gegebenheiten angepasst, Kanäle angelegt und der Flusslauf verändert. Die
Zeichnung aus dem Jahr 1855 zeigt den Schiffbauer Damm mit der Pankebrücke.
In dem, ab dem 19. Jahrhundert, unmittelbar am Ufer der Spree liegenden Eckhaus waren jahrelang Schifferbauerkneipen, wo auch die Schiffer der Lastenkähne Rast machten und die Lokalitäten besuchten. Der Schiffsbau war bis in den Anfang des 19. Jahrhundert hier etabliert, wurde aber wegen der zunehmenden Bedeutung von Berlin und des fortgeschrittenen Ausbaus und der Verwaltungsreform 1920 durch Wohn- und Geschäftsbauten verdrängt. In das Haus zog nun der Genfer Verband Schweizer Kaufleute und eine Filiale der Bank ein. Einzig geblieben ist die Lokalität und wurde "Ganymed" (Mundschenk der griechischen Götter). Während der Zeit der DDR etablierte sich das Lokal zur beliebten Künstlerkneipe, blieb aber in der gehobenen Klasse. Auch nach der Wende ist das Lokal seiner Tradition treu geblieben. Und die Panke? Sie fließt ab und zu, bei höheren Wasserständen wieder hierher, dann werden am Wasserwehr Schulzendorfer Straße die Schleusen zur Südpanke geöffnet.
Auch
Künstler fanden ihren Gefallen, an den teils malerischen Plätzen des Pankeverlaufes. So zog es Maler an die Ufer der Panke und diese brachten ihre
Eindrücke auf Leinwand oder zu Papier. Aus dem Jahre 1777 ist eine Radierung "Mühle an der Panke" von C. G. Matthes erhalten, wo das
gemalte Objekt als Papiermühle bis 1826 erhalten blieb. Einige weitere, bisher ungekannte Radierungen über andere Mühlen an der Panke sind
ebenfalls noch vorhanden. 1955 griff ein unbekannter Maler namens M. Kempfer, vermutlich ein Heimatmaler, das Thema Panke auf und malte seine
gemachten Eindrücke von der Panke im Roten Wedding auf Leinwand und nannte es "Panke am Wedding". Vom Maler des Ölbildes gibt es leider
keine näheren Angaben. Anders verhält es sich bei diesem hier abgebildeten Aquarell "An der Panke" aus dem Jahr 1985 von Heinz Schneider.
Heinz Schneider war 1919 im Prenzlauer Berg geboren und lebte seit dem Kriegsende 1946 im Wedding.
Die Musik befasste sich auch mit der Panke, in ihr spiegelten sich Freud und Leid gleichermaßen wieder. Während Fredy Sieg, Schauspieler, Kabarettist, Komiker und volkstümlicher Vortragskünstler, in seinem Lied "Ganz draußen an der Panke" von den Vorzügen seines Schrebergartens an der Pankower Panke sang, schimpfte hingegen Claire Waldoff flussabwärts über die Stinke-Panke in ihrem Lied "An der Panke - an der Wuhle - an der Spree". Die Arbeitslosen sangen in ihrem Stempellied zum Ende der Goldenen zwanziger Jahre und beginnenden Weltwirtschaftskrise, mit diesem Lied wurde Ernst Busch 1929 in der Weimarer Republik bekannt.
Hab ich mein kleenes Haus, davor steht eene Banke, da ruh ich abends aus, da kommt mir manch Jedanke, Seh ick det Flüsscken ziehn...
Ganz draußen an der Panke, Fredy Sieg
Und steh' am Ufer ich der Panke, möcht jleich ich wieder Leine ziehn, bei dem Jestanke - na ick danke, ne dufte Stadt ist mein Berlin...
An der Panke - an der Wuhle - an der Spree, Claire Waldoff
In Halensee, in Schlachtensee und an der Oberspree. Auch an der Krummen Lanke, doch niemals an der Panke. Sonst fängst im Nu 'nen Spickaal Du und einen alten Schuh. Und hast du Glück, dann fängst du noch 'nen Mann dazu...
Das Lied vom Angeln, Marlene Dietrich
Ohne Arbeit, ohne Bleibe biste null und nischt. Wie ne' Fliege von der Scheibe wirste wegjewischt. Ohne Pinke an der Panke stehste machtlos da , und der Burschoa sagt: Danke, rückste ihm zu nah...
Stempellied, 1929
Seit 1994 beginnt ein umfassendes Landschaftsprogramm, welches die Fehler der autogerechten Stadt der 60er und 70er Jahre korrigieren soll. Mit Schaffung von Freiräumen und der Pflege des Pankewanderweges, sowie dessen Ausbau als Wander- und Radwanderroute knüpft man an eine Tradition von 1870 an, als Gartendirektor Gustav Meyer während der zunehmenden Bebauung Berlins mit der Freiraumplanung betraut wurde. Zuvor Mitarbeiter von Lenné begann er mit einigen kleinen Projekten, die dann 1910 in eine gesamtberlinerische Planung eingingen. Es sollte nach dem Jansen Plan ein kleiner innerstädtischer und ein größerer äußerer Grünring die Stadt begrünen. Dafür standen Parks, Kleingärten, Friedhöfe sowie Wald-, Feld- und Auenlandschaften, die ineinander übergehen sollten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dies durch begrünte Trümmerberge ergänzt. Heute zählt die Panke zu den Vorzeigeprojekten, mit ihrem Wanderweg verbindet die Panke Bernau mit dem Panketal, den Berliner Stadtteilen Pankow, Wedding und Mitte. Das bis zu 80 % im Berliner Stadtraum verrohrte Pankebett soll wieder Stück für Stück sichtbar gemacht werden und der Pankewanderweg für Wanderer und Radler durchgehend begeh- und befahrbar gemacht werden. Für dieses Vorhaben sollen über 2,5 Millionen € vom Senat bereit gestellt werden, stellt aber die Planer vor großen Herausforderungen. Immer wieder enden Panke und Wanderweg vor Brücken und verfallenden Grundstücken, teilweise auch wegen der bis an die Ufer bebauten Grundstücksflächen (zwischen Pasewalker Straße und Schlosspark und Ossietzkystraße und Schönerlinder Straße).
Den wichtigeren Teil nimmt dabei der Pankeverlauf im Bezirk Mitte ein. Der 1961 mit dem Mauerbau geschlossene Verlauf Höhe der Chausseestraße (Wehr Schulzendorfer Straße) soll wieder geöffnet werden und dem Pankewasser seinen ursprüngliches Flussbett zurückgeben. In der Gründerzeit verrohrte man schon das Pankebett am Neuen Tor für den Bau des Naturkundemuseums. Mit dem Neubau des Ministeriums am Schwarzer Weg bekam die Panke ein neues offenes Bett, welches entlang der Gebäudewand verläuft. Ein Stückchen weiter flussaufwärts, auf dem ehemaligen Gelände des "Stadion der Weltjugend" entsteht der Stadtpark "Pankepark", wo die Panke zwischen den neu gebauten Immobilien in der angerenzenden Landschaftsgestaltung ihren Platz findet.
Der einst idyllische Zustand der Panke, wo Mensch und Tier gleichermaßen einen Platz fanden soll bald wieder Wirklichkeit werden. Mit der Renaurierung der Panke soll sie ihr natürliches Flussbett zurück erhalten und die Wasserqualität so verbessert werden, dass für Pflanzen und Tiere ein idealer Lebensraum entsteht. Gegenüber früheren Zeiten hat sich die Wasserqualität schon entscheidend verbessert, nur die teilweise geradlinige Führung des Flussbettes ist ökologisch nicht optimal. So könnten Änderungen am Flusslauf in den Pöllnitzwiesen und im Bürgerpark nicht nur natürlicher erscheinen, sondern auch neue Lebensräume schaffen. Im Wedding ist dies nicht gegeben, hier könnten starre Uferbefestigungen entfernt werden und durch entsprechende Anpflanzungen neue Auenzonen entstehen. Die Panke wird dadurch für Mensch und Tier abwechslungsreicher. In dem Projekt "Panke 2015" soll die Panke zu ihrer alten Natürlichkeit ein wenig zurückfinden. Sie soll wieder Lebensraum für Tiere werden, die durch die wachsende Stadt verdrängt wurden. Die Uferzonen sollen natürlicher werden, Rauschen (lyrisch Gefälle) sollen entstehen, die Forelle und Bachneunauge ein Zuhause bieten. Erlen sollen wie, typisch an märkischen Flusslandschaften die Ufer zieren, starre Begradigungen und Wehre sollen entfernt und Sand- und Kiesbänke geschaffen werden.
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Entlang der Panke - Von der Quelle im Naturpark Barnim durch den Norden Berlin's
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